Aspekte der Geschichte Hahndorfs
Die frühen 1900er
Der berühmte Landschaftsmaler Hans Heysen (geboren 1877 in Hamburg unter dem Namen Wilhelm Ernst Hans Franz Heysen) und seine Frau Sally zogen im November 1908 nach Hahndorf und konnten 1912 ›The Cedars‹ kaufen, ein bestehendes Haus im Kolonialstil auf 15 Hektar Land am Rande von Hahndorf. Heysen fertigte Zeichnungen von einigen der alten Bauernhäuser Hahndorfs und seiner älteren Bewohner an. Am berühmtesten wurde er für seine Landschaftsgemälde mit majestätischen Eukalyptusbäumen.
Bis zum Ersten Weltkrieg war die Gegend um Hahndorf noch überwiegend von deutschen Familien bewohnt, sowohl von Neueinwanderern als auch von deutschstämmigen Familien.[1]
Während des Ersten Weltkriegs in Australien führten Patriotismus und der Wunsch, sich mit den Kriegsanstrengungen verbunden zu fühlen, häufig zu antideutschen Gefühlen. Professor John Molony beschreibt dies in seiner Geschichte Australiens wie folgt:
Patriotismus in vielen Formen erfasste Schurken und vernünftige Menschen gleichermaßen. Wer oder was mit Deutschland in Verbindung stand, ob Person, Ort oder Produkt, wurde diskriminiert oder interniert, umbenannt oder abgelehnt.[2]
John Molony
Hans Heysen wurde während des Krieges in Hahndorf polizeilich überwacht, da die Polizei in Adelaide glaubte, er könnte Australien gegenüber illoyal sein, nur weil er in Deutschland geboren wurde. Die Polizei fand jedoch keine Beweise dafür. »Heysen hatte großzügig an den südaustralischen Hilfsfonds für verwundete Soldaten gespendet, aber die Polizei hielt das nur für eine List.« Die Art Gallery of New South Wales verzichtete 1918 bei einer großen Ausstellung mit Werken australischer Künstler auf Heysen. Heysens Gemälde waren jedoch auch nach dem Ersten Weltkrieg noch sehr beliebt.[3]
Hahndorf war einer von 69 südaustralischen Ortsnamen »feindlicher Herkunft«, die die Regierung des Bundesstaates während des Ersten Weltkriegs änderte. Der Name wurde in ›Ambleside‹ geändert, was der Name einer kleinen Bahnstation zwei Kilometer von Hahndorf entfernt war.
Im Atelier von Hans Heysen sind Umschläge mit Briefen ausgestellt, die in jenen Jahren an Heysen geschrieben wurden - die Adresse lautet ›Ambleside‹.
Brief an Hans Heysen, in ›Ambleside‹ (statt Hahndorf)
1936 änderte die südaustralische Regierung als Geste der Versöhnung anlässlich des 100. Jahrestages der Staatsgründung einige Ortsnamen in ihre ursprünglichen deutschen Namen zurück. Ambleside wurde in Hahndorf zurückverwandelt.
♦ Einzelnachweise:
1. Young et al. (1981), S.215
2. Molony, John N. (1987). The Penguin bicentennial history of Australia : the story of 200 years. Ringwood, Vic : Viking. S.221
3. Royal (2017)
♦ Literatur:
HANS OF HAHNDORF. (1913, 3. Mai). The Mail (Adelaide, SA : 1912 - 1954), S. 8. Abgerufen 26. Juli, 2022, von <nla.gov.au/nla.news-article58514238>
Royal, Simon. (2017, 5. März). Artist Hans Heysen suspected of treachery during World War I. ABC News (Online-Artikel).
Young, G., Harmstorf, I., Brasse, L., Marsden, A. (1981). Hahndorf survey Vols 1 & 2. [Survey for the Australian Heritage Commission] Adelaide: Techsearch.