Deutschsprachige in Australien
Einleitung
Der Akademiker Charles Meyer schrieb über die Deutschen in Australien. Dabei stellte er fest, dass Deutsche 1788 mit der Ersten Flotte (zur Gründung der Sträflingskolonie) nach Australien kamen. Deutsche eröffneten die früheren Hotels und finanzierten die ersten Unternehmen. Des Weiteren waren sie begünstigt von den ersten Landzuteilungen, die von der kolonialen Behörde zugeteilt wurden. Außerdem waren sie unter den ersten, die die für Europäer unbekannten Gebiete erkundeten. Sie besetzten hohe Stellungen im Rechtswesen, in der Kultur und in den Naturwissenschaften.[1]
Eric Bana - am Tribeca Film Festival 2007 in New York City, Erstaufführung des Films Lucky You.
Wikimedia Commons / David Shankbone.
Eine bedeutende Präsenz
Deutschsprachige haben bei bedeutenden Ereignissen in Australien eine Rolle gespielt, unter anderem:
- Die Goldfunde in Victoria und der Eureka-Aufstand auf dem Goldfeld von Ballarat (1850s);
- Die Erkundungsexpedition von Burke und Wills (1860-61);
- Die Taten des Bushrangers Ned Kelly in den späten 1870ern;
- Die Führung und die Planung der australischen militärischen Erfolge auf den Schlachtfeldern von Frankreich und Belgien während des Ersten Weltkrieges (General John Monash);
- Die Amtsenthebung des Premierministers Malcolm Turnbull durch Mitglieder seiner politischen Partei 2018 (die Entscheidungen des deutschsprachigen Finanzministers Mathias Cormann spielten eine Rolle).
Nachkommen deutschsprachiger Einwanderer haben in vielen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen des Lebens in Australien einen entscheidenden Beitrag geleistet, der von den Unterhaltungsindustrien über die Politik und den Sport und die Naturwissenschaften bis hin zum Sport reicht, zum Beispiel:
Politiker, unter anderem der ehemalige Vizepremierminister Tim Fischer, der ehemalige Minister des Kabinetts Eric Abetz, der ehemalige Präsident des Australischen Senats Condor Laucke, der Grünen-Politiker Adam Bandt, Henry Bolte [der langjährig gediente Ministerpräsident des Bundesstaates Victoria - 17 Jahre], der ehemalige Fraktionsführer der Opposition im Repräsentantenhaus des Australischen Parlaments Warren Entsch;
die Cricket-Nationalspieler Carl Rackemann, Darren Lehmann, Ben Hilfenhaus, Shane Warne (seine Mutter ist Deutsche), Megan Schutt und Georgia Voll;
die Fußball-Nationalspieler Mark Schwarzer und Robbie Kruse;
die Rugby-Nationalspieler Andrew Ettingshausen, Brad Fittler und Anthony Seibold;
die AFL-Fußballer Luke Breust (ein Rekordhalter im Tor-Schießen), John Schultz (1960 Brownlow-Medaillengewinner) und Nick Riewoldt;
die Schwimmer Emily Seebohm und Jon Sieben;
die Naturwissenschaftler Ernst Johannes Hartung, Basil Hetzel, Bernard Katz und Gustav Nossal (im Jahre 2000 wurde er zum ‘Australian of the Year’ gewählt);
die Entertainer Geoffrey Rush (Mutter von deutscher Abstammung), Eric Bana (deutsche Mutter), Ben Mendelsohn, Isabel Lucas, Ed Kuepper (von den Rockbands The Saints und The Laughing Clowns), Olivia Newton-John (deutsche Mutter – ihr Vater war Professor für Germanistik), Baz Luhrmann, David Koch (Fernsehmoderator).
Hauptphasen der Einwanderung
Auswanderer gehen an Bord in Hamburg, circa 1850.
(Museum für Hamburgische Geschichte)
Die deutsche Einwanderung in Australien kann man in fünf Hauptphasen aufteilen:[2]
Die Gruppen-Einwanderung (besonders in der Kolonie Südaustralien) in den 30er und 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts
(Siehe ein Foto von einem Passage-Schein
(Fahrkarte) für eine Schiffsreise nach Port Adelaide aus dem Jahr 1846.)

Das Zeitalter des Goldfiebers um die Mitte des 19. Jahrhunderts
Die Ankunft einer großen Anzahl von Siedlern in der Kolonie Queensland ab den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts bis 1914
Die Ankunft von Flüchtlingen (darunter deutsche und österreichische Juden auf der Flucht vor der Nazi-Verfolgung) in den späten 30er und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts
Die geplante Einwanderung (von der australischen Regierung gefördert) der 50er und 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts
1956 auf der Castel Felice: Junger deutscher Einwanderer Leon mit Frau Margaret Dietiker, Auswandererbegleiterin für das Zwischenstaatliche Komitee für europäische Auswanderung.
(Department of Immigration and Multicultural Affairs photograph, Cat. # 56/4/82)
Bevölkerung:
1861 (im ersten Jahr, in dem eine Volkszählung die Zahl der Staatsbürger registrierte) hatten die Kolonien NSW, Victoria, Queensland und Südaustralien 26.872 Einwohner, die in Deutschland geboren waren.
1891 gab es 45.000 in Deutschland geborene Menschen in Australien. Die zwei Weltkriege hatten eine große Einwirkung auf die Einwanderung aus Deutschland.
1947 gab es 14.567 in Deutschland geborene Menschen in Australien. Dann waren unzählige Deutsche in den 50er und 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts Teil des großen Einwanderungsprogramms der australischen Regierung.
1961 hatte Australien 109.315 in Deutschland geborene Menschen.
1981 gab es 110.758 Menschen in Australien, die in Deutschland geboren waren.
Verteilung:
In Bezug auf die australische Volkszählung 1921 schrieb im Jahre 1932 Professor Augustin Lodewyckx (Universität Melbourne): »Aus diesen Zahlen darf man schließen, dass ungefähr 80% der Deutschen in Australien Landwirte und Grundbesitzer sind oder wenigstens der Landwirtschaft noch ganz nahe stehen. Dies ist eine höchst interessante Tatsache, wenn man bedenkt, dass gut die Hälfte der australischen Bevölkerung in den sechs Hauptstädten der sechs Bundesstaaten wohnt.«
Der Akademiker Jürgen Tampke stellte 2006 fest, dass etwa 75% der Deutschen, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Australien ankamen, sich in den Hauptstädten der Bundesstaaten niederließen.
Obwohl man den frühen deutschen Einwanderern in allen Teilen der australischen Gesellschaft begegnen konnte, entstanden doch einige Siedlungen (besonders in Südaustralien und Queensland), wo deutsche Sitten und Traditionen in der Gemeinschaft sehr stark waren. In diesen Siedlungen verstärkte die Zugehörigkeit der Deutschen zur lutherischen Kirche ihr Gemeinschaftsgefühl.
Deutsche Einwanderer haben einen umfangreichen Beitrag zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Australiens geleistet.
Australier deutscher Abstammung: im Sport
In allen Lebensbereichen findet man sehr angesehene und anerkannte Australier mit deutschem Familiennamen. Die Australier lieben Sport, und auch dort findet man bekannte Australier mit deutschem Familiennamen, zum Beispiel:
Leichtathletik:
Vanessa Low, eine deutsch-australische Paralympionikin, verlor im Alter von 15 Jahren bei einem Eisenbahnunfall in Deutschland beide Beine. Sie vertrat Deutschland bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro und gewann Gold im T42-Weitsprung und Silber im T42-100m-Sprint. Sie heiratete den australischen Paralympics-Goldmedaillengewinner Scott Reardon. Nachdem sie die australische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, gewann sie bei den Paralympics 2020 in Tokio und 2024 in Paris Gold im Weitsprung der Klasse T63, stellte mehrmals Weltrekorde auf und inspirierte andere durch ihre Ausdauer und ihre sportlichen Leistungen. Im Jahr 2022 wurde sie mit der Medal of the Order of Australia (OAM) für ihre Verdienste um den Sport ausgezeichnet.
Dieses Plakat an einem Bahnhof in Victoria wirbt für die Sicherheit auf Bahnsteigen und verweist auf Vanessa Low.
Basketball:
Rachel Sporn
Cricket:
Jason Arnberger, Michael Klinger, Shane Warne [deutsche Mutter], Paul Reiffel (Victoria); Andy Bichel, Carl Rackemann, Scott Muller, Ashley Noffke, Jason Behrendorff, Matthew Kuhnemann [neun ›Test wickets‹] (Queensland); Darren Lehmann (Südaustralien), Ben Hilfenhaus [»Bradman Young Cricketer of the Year«-Preis, 2007] (Tasmanien), Shelley Nitschke [sechs Testspiele und 80 ODI-Spiele für Australien; 2022 Ernennung zur Cheftrainerin der australischen Frauenkricketmannschaft], Megan Schutt [›Fast-Medium‹-Bowler der Nationalmannschaft; 2019 wurde sie die erste Frau, die zwei Hattricks im internationalen Frauenkricket erzielte]
Australiens Cricket-Nationalspieler feiern eine tolle Leistung des Tasmaniers Ben Hilfenhaus in einem internationalen Testspiel gegen Südafrika, und eine Zeitung macht in der Bildunterschrift ein Wortspiel mit seinem deutschen Namen.
AFL-Fußball:
- vom Verein St Kilda FC: Stewart Loewe [Stewarts Vater verließ im Jahre 1961 wenige Wochen vor dem Bau der Berliner Mauer Ostberlin, erreichte Westdeutschland via Westberlin, ging dann in die Schweiz zu seinem Onkel und seiner Tante, und wanderte als 19-Jähriger nach Australien aus. Stewart besuchte später mit seiner Familie den Osten Deutschlands.], Fraser Gehrig [(100 Tore in einer Saison im Jahre 2004) Gehrigs waren unter den vielen deutschen Ankömmlingen in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Gegend um Albury, New South Wales - sie stammten aus dem Großherzogtum Baden im Südwesten des heutigen Deutschlands], Nick Riewoldt (seine Großeltern kamen 1952 in Tasmanien an), Adam Schneider, Troy Schwarze, Carl Ditterich, Marcus Windhager; Bill Mohr [spielte 18 Mal für Victoria; St Kilda ›Team of the Century‹];
- Richmond: Jack Riewoldt (Nicks Cousin vom St Kilda FC), Jay Schulz, Danny Meyer, Trent Knobel;
- Brisbane Lions: Michael Voss [Brownlow Medal 1996], Matthew Leuenberger (sein Vater wanderte 1986 aus der Schweiz ein), Kai Lohmann;
- Adelaide Crows: Simon Goodwin [Simon ist ein Nachfahre der Herbig-Familie, der Familie mit dem berühmten Baum im Eden-Tal, Südaustralien], Brian Beinke, Trent Hentschel, Martin Mattner, Nathan Bock, Matthew Bode, Darren Pfeiffer, Daniel Schell, Jacob Schuback, Matthew Jaensch (wuchs in Hahndorf auf, und spielte zunächst für den Hahndorf Football Club);
- Melbourne: Bayley Fritsch [Fritsch war Mitglied des Teams der Melbourne Demons, das die AFL-Meisterschaft für das Jahr 2021 gewann. In diesem Grand-Final-Spiel am 25.09.2021 schoss Bayley Fritsch sechs Tore. Das war das erste Mal seit Darren Jarman im Jahre 1997, dass ein Spieler sechs Tore in einem Grand Final geschossen hatte. Ein Zuschauer und Demons-Fan im Stadion beim Grand Final 2021 hielt ein sehr deutsches, selbstgebasteltes Transparent in die Höhe - darauf stand »Fritsch Blitz«.], David Schwarz, David Neitz, Ross Funcke, Jace Bode, Jack Mueller [vier VFL-Premiership-Titel; Melbourne ›Team of the Century‹];
- Sydney Swans: Andrew Schauble, Tim Schmidt;
- North Melbourne: Wayne Schimmelbusch, Jack Ziebell [Jack ist ein Nachfahre der deutschen Siedler von Westgarthtown (1850) im Norden von Melbourne];
- West Coast Eagles: Tyson Stenglein, Michael Braun;
- Fremantle: Byron Schammer, Andrew Siegert;
- Geelong: David Mensch, Daniel Menzel;
- Carlton: Matthew Kreuzer [#1 draft pick 2008], Trent Sporn;
- Western Bulldogs: John Schultz [»Brownlow Medal«-Preis 1960], Luke Dahlhaus, Mitch Hahn, Josh Schache;
- Hawthorn: Shaun Rehn [auch mit Adelaide Crows - Mitglied in den premiership-Titel Teams von 1997, 1998], Luke Breust, Peter Schwab [Mitglied in den premiership-Titel Teams von 1983, 1986, 1988]; Nick Ries; Sam Frost (auch mit GWS sowie mit Melbourne);
- Port Adelaide: Brett Ebert, Justin Westhoff, Matthew Lobbe;
- Essendon: Kyle Reimers, Aaron Henneman, Jason Winderlich, Darryl Gerlach [premiership team 1965];
- Collingwood: Murray Weideman [AFL Hall of Fame, 2007 - die Familie Weidemann war 1849 in Adelaide angekommen und änderte die Schreibweise ihres Familiennamens während des Zweiten Weltkrieges], Matthew Scharenberg, Lachie Schultz (auch mit Fremantle);
- Greater Western Sydney: Harrison Himmelberg...
♦ Über diesen Link kannst du dir ein Traumteam aus australischen Footballspielern deutscher Abstammung ansehen (in englischer Sprache).
AFLW Fußball (die Frauenfußball-Liga):
- Bulldogs: Britney Gutknecht;
- Collingwood: Ruby Schleicher;
- Melbourne: Eden Zanker;
- Gold Coast Suns: Lauren Ahrens
- Lions: Jess Wuetschner, Emma Zielke;
- North Melbourne: Ella Maurer;
- Richmond FC: Tayla Stahl;
- St Kilda: Jacqui Vogt;
- WC Eagles: Aimee Schmidt;
- Port Adelaide: Matilda Scholz;
Fußball-Sammelkarten aus der australischen Fußball-Liga AFL. Sie zeigen einige AFL-Spieler, deren Familiennamen von ihrer deutschsprachigen Abstammung zeugen: Fraser Gehrig, Michael Voss, Michael Braun, Nick Riewoldt, Jay Schulz, Luke Breust, Mitch Hahn, Jack Riewoldt (Cousin von Nick), Jack Hombsch, Justin Westhoff, Luke Dahlhaus und Matthew Kreuzer.
Fußball:
Mark Schwarzer (Socceroos)
Straßenradsport:
- Katrin Garfoot (aus Queensland [aber in Eggenfelden, Deutschland geboren]:
- Meisterin im Jahr 2013 bei den Subaru National Road Series);
- UCI-Straßen-Weltmeisterschaften: 2016 und 2017 Bronzemedaille im Einzelzeitfahren; 2017 Vize-Weltmeisterin im Straßenrennen
- Commonwealth Games: 2018 Goldmedaille im Einzelzeitfahren
- Peter Herzig (aus New South Wales, Sieger im ›Grafton to Inverell Cycling Classic‹ 2012);
- Heinrich Haussler (aus New South Wales, Etappensieg Tour de France 2009 - deutscher Vater, australische Mutter)
Bahnradsport:
Matthew Glaetzer - UCI-Bahn-Weltmeisterschaften: 2012 Weltmeister im Teamsprint; 2018 Weltmeister im Sprint; 2016 Vize-Weltmeister im Sprint; 2018 Vize-Weltmeister im 1000-Meter-Zeitfahren; 2022 Weltmeister im Teamsprint; bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gewann er die Bronzemedaille im Teamsprint (mit Leigh Hoffman) und Bronze im Keirin-Rennen.
Leigh Hoffman - 2022 Weltmeister im Teamsprint; bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gewann er die Bronzemedaille im Teamsprint (mit Matthew Glaetzer).
Motorradrennen:
Jamie Stauffer (Australian-Superbike-Series Meister, 2006 und 2007)
Netball:
- Laura Geitz (spielte für die Australian Netball Diamonds [Nationalmannschaft] 2008-2018, auch als Kapitän) - Laura wuchs auf einer Getreide- und Rinderzuchtfarm in den Darling Downs im südlichen Queensland auf. Die Darling Downs, ein Hügelland mit fruchtbarem Boden, zogen viele deutsche Einwanderer im 19. Jahrhundert an und im Jahre 1900 lebten etwa 1500 deutsche Familien dort.
- Susan Fuhrmann (spielte mehrere Jahre lang für die Australian Netball Diamonds, und spielte auch für die Vereine West Coast Fever, Perth Orioles, AIS Canberra Darters) - Spitzname »the Fuhrmannator«.
- Jane Altschwager (Australian Netball Diamonds 2000-2005, und spielte auch für die Vereine Sydney Swifts, Hunter Jaegers, Adelaide Thunderbirds, Central Pulse)
- Kristen Heinrich (Australian Netball Diamonds 2004-2007, und spielte auch für die Vereine Adelaide Thunderbirds, AIS Canberra Darters)
- Natalie von Bertouch (Australian Netball Diamonds 2004–2012, auch als Kapitän 2010 bis 2013, und spielte auch für den Verein Adelaide Thunderbirds)
- Laura von Bertouch (Australian Netball Diamonds 2006–2007, und spielte auch für den Verein Adelaide Thunderbirds). Schwester von Natalie.
Rudern:
Lucy Stephan - im australischen Vierer ohne Steuerfrau wurde sie Weltmeisterin bei den Weltmeisterschaften 2017 und 2019 (Silbermedaille 2018) und gewann die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Lucy wuchs in Nhill in der Region Wimmera in Victoria auf, einer Region, in der viele Menschen deutscher Abstammung leben, und besuchte die örtliche lutherische Grundschule (eine Schule, die von der Lutherischen Kirche von Australien betrieben wird).[3]
Surf lifesaving (Rettungsschwimmer):
Der ›Summer of Surf‹-Kommentator Jack Hansen bezeichnete ihn 2016 als »den größten Ironman aller Zeiten«. Sein Bruder Caine war ebenfalls australischer Ironman-Meister und brach 2014 mit 4.210 Klimmzügen den Guinness-Weltrekord für die meisten Klimmzüge in 24 Stunden.[4]
Schwimmen:
- Jon Sieben - bei den olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gewann er die Goldmedaille im 200m Schmetterling [gleichzeitig neuer Weltrekord], und die Bronzemedaille mit der 4x100 m Lagen-Staffel. Er war auch 1988 und 1992 Mitglied des olympischen Schwimmteams.
- Lauren Arndt - gewann die Bronzemedaille im 10-Kilometer-Rennen bei den Freiwasser-Weltmeisterschaften 2004 in Dubai.
- Emily Seebohm - sie schwamm im Jahre 2008 im Alter von 15 Jahren bei der australischen Olympia-Qualifikation einen neuen Weltrekord im 50 m Rückenschwimmen (am nächsten Tag brach eine andere Australierin Emilys Rekord!). Im 100 m Rückenschwimmen stellte sie einen neuen Commonwealth-Rekord auf (nur 38/100 langsamer als der Weltrekord) und bekam einen Platz im olympischen Team für Peking 2008. In Peking gewann sie mit der 4×100 m Lagenstaffel die Goldmedaille. 2015 wurde Emily Weltmeisterin über 100 und 200 Meter Rücken, und im Jahre 2017 über 200 Meter Rücken. Bei der Olympiade in Tokio 2020 holte sie die Bronzemedaille über 200 m Rücken. Tokio-2020 war Emilys vierte Olympiade.
- Christian Sprenger - er schwamm im Februar 2008 einen australischen Rekord im 100m Brustschwimmen und bekam bei der australischen Olympia-Qualifikation einen Platz im Team für Peking 2008.
- Nick Sprenger - er gewann mit der 4x200 m Freistil-Staffel die Silbermedaille bei den olympischen Spielen 2004 in Athen.
Das australische olympische Schwimmteam für die Spiele in Peking 2008 schloss folgende deutsche (Familien-)Namen ein: Emily Seebohm, Nick Sprenger, Christian Sprenger, Andrew Lauterstein, Hayden Stoeckel, Melanie Schlanger. - Marieke Guehrer - Weltrekordlerin über 50 m Schmetterling [25 m Bahn], 2008-2009; Weltrekordlerin über 50 m Rückenschwimmen [25 m Bahn], 2009
- Im australischen Schwimmteam für die Olympischen Spiele 2024 in Paris waren folgende deutsche (Familien-)Namen vertreten: Ben Armbruster, Jenna Strauch, Olivia Wunsch. Olivia Wunsch gewann bei diesen Olympischen Spielen eine Goldmedaille in der 4-mal-100-Meter-Freistil-Staffel und gewann eine Goldmedaille in derselben Disziplin bei den Weltmeisterschaften 2025 in Singapur. In Singapur schwamm Wunsch die letzte Etappe und gab auf den letzten 50 m noch einmal richtig Gas, um sich an die Spitze zu setzen und ihrem Team die Goldmedaille zu sichern.
Triathlon:
Brad Kahlefeldt - Australiens bester männlicher Triathlet bei den Olympischen Spielen 2012.
Segeln:
Sydney Fischer - ›Fischer ist der wohl erfolgreichste Hochseesegler Australiens‹[5]
Vielleicht kannst du an weitere Sportlerinnen und Sportler denken...
Deutschland ➜ Einwanderungsland
Im 18. und 19. Jahrhundert war Deutschland zweifellos ein Auswanderungsland – viele Menschen verließen das Land. Im 21. Jahrhundert jedoch wurde Deutschland zu einem Einwanderungsland. Rita Süßmuth, Vorsitzende der ›Unabhängigen Kommission Zuwanderung‹ der Bundesregierung, erklärte am 07.04.2001: »Deutschland ist faktisch ein Einwanderungsland.« Statistiken zeigen, dass Deutschland bis 2017 nach den USA zum zweitbeliebtesten Einwanderungsziel weltweit geworden war und damit sogar traditionelle Einwanderungsländer wie Kanada und Australien überholt hatte.[6]
Deutschland als Einwanderungsland: eine Tafel in einer Ausstellung im Haus der Geschichte, Bonn (Museum)
Dennoch sind die Deutschen weiterhin daran interessiert, nach Australien auszuwandern. Im Jahr 2013 wurde dies in einer Ausstellung in Deutschland (im Deutschen Auswandererhaus, Bremerhaven) festgestellt: »In jüngster Zeit ist das Interesse deutscher Auswanderer an Australien wieder gestiegen.«[7]
♦ Einzelnachweise:
1. Meyer, Charles (1982). The Germans in Victoria (1849-1900). In: Journal of the Royal Australian Historical Society, Vol.68, June 1982, S.18-36, Sydney.
2. Teilweise aus Germans in South Australia. A Migration Museum Education Program for Students in Years 8-12. Migration Museum Adelaide 1994.
3. Interview mit Lucy Stephan im australischen Sender ABC Local Radio am 23.08.2022.
4. Shaw and Partners World Ocean Series. (2016, 25. November). 2016/17 SOS Rd1 Alex Heads Nutri Grain Ironman Final. [Video]. <www.youtube.com/watch?v=i_JcuIB-WDU> / ›Most pull ups in one hour (male)‹. (2022). Guinness World Records. <www.guinnessworldrecords.com/world-records/most-pull-ups-in-one-hour>. Abgerufen am 11.03.2025.
5. Zitat aus dem Eintrag in der ›Australian Sailing Hall of Fame‹. Online hier <https://www.sailing.org.au/hall-of-fame/syd-fischer-am-obe/>
6. Brodmerkel, Anke. (1.5.2017). Einwanderungsland Deutschland. Im Internet hier (abgerufen am 28.01.2026).
Bundeszentrale für politische Bildung (Creative Commons Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0 DE).
7. Blaschka-Eick, Simone (Herausgeberin). (2013). Deutsche in Australien : 1788 - heute. Bremerhaven : Edition DAH. [Buch zur Sonderausstellung ›Deutsche in Australien. 1788 - heute‹ (30.09.2013 - 02.03.2014, Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven)] S.11
♦ Literatur:
Lodewyckx, Prof. Dr. A. (1932). Die Deutschen in Australien. Stuttgart: Ausland und Heimat Verlagsaktiengesellschaft
Tampke, Jürgen. (2006). The Germans in Australia. Port Melbourne (Victoria): Cambridge University Press