Ortsnamen
Australische Ortsnamen deutscher Herkunft
Coburg, Victoria

Schild am Eingang zum Bahnhof Coburg, Victoria.
Coburg hieß ursprünglich Pentridge. Ein Landvermesser lebte ab etwa 1840 mit seiner Frau in dieser Gegend. Seine Frau wurde in dem Dorf Pentridge in Dorset, England, geboren.[1] Seit 1850 gab es dort ein Gefängnis, das von der Regierung schrittweise zum berühmten HM Prison Pentridge (Hochsicherheitsgefängnis) ausgebaut wurde.[2]
Der ursprüngliche Palisadenzaun wurde zum Symbol des Bösen, und die Bewohner des Dorfes Pentridge schämten sich, anderen zu sagen, dass sie ›in Pentridge‹ lebten - die meisten Bürger nannten das Gefängnis einfach ›Pentridge‹. Die Anwohner waren der Meinung, dass der Name Pentridge, der mit dem Gefängnis in Verbindung gebracht wurde, den Wert ihres Grundstücks und ihrer Häuser ruinierte.
Im Jahr 1867 berief ein Priester namens Monsignore Charles O'Hea eine öffentliche Versammlung ein, um für eine Namensänderung des Bezirks zu werben. Die irischstämmigen Einwohner hofften, dass der neue Name ›Tipperary‹, ›Limerick‹ oder ›Donegal‹ lauten könnte. Robert Mailer of Glencairn schlug vor, den Namen ›Coburg‹ zu wählen, um den Herzog von Edinburgh zu ehren, der bald die Kolonie Victoria besuchen würde. Der Herzog war Mitglied des deutschen Adelshauses Sachsen-Coburg und Gotha, da sein Vater Prinz Albert (der Ehemann von Königin Victoria) ursprünglich aus dem Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha in Deutschland stammte.
Die Regierung nahm die Petition der Einwohner von Pentridge entgegen und stimmte dem neuen Namen Coburg zu, der ab März 1870 in Kraft trat.[3]
➽ Mehr über den deutschen Ehemann von Queen Victoria, Prinz Albert, und darüber, wie sein Vorname und sein deutscher königlicher Titel (Sachsen-Coburg und Gotha) zu Ortsnamen in Australien führten, findest du in diesem Artikel.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs Ende August 1914 kamen in den meisten Teilen Australiens antideutsche Gefühle auf. Der Stadtrat von Coburg, William Cash, schlug im September 1914 vor (hier in Übersetzung), »den Namen Coburg mit seinen deutschen Assoziationen zu ändern, vielleicht in Linlithgow, aber kein anderer Stadtrat oder Steuerzahler schien daran interessiert.«[4]

Schild vor einer Musikschule in Coburg, Deutschland
♦ Einzelnachweise:
1. Broome (1987), S.40
2. Broome (1987), S.94
3. Broome (1987), S.96-97
4. Broome (1987), S.192
♦ Literatur:
Broome, Richard. (1987). Coburg, between two creeks. Melbourne : Lothian