Bert Hinkler

Flieger

Foto: Mann neben einem Doppeldecker

Hinkler in England

Photo courtesy of the Hinkler Hall of Aviation

Die Familie Hinkler aus Hörnsheim (im heutigen Lahn-Dill-Kreis, etwa 65 km nördlich von Frankfurt am Main) ging in Hamburg an Bord eines Schiffes. Der zehnjährige Johann Wilhelm Hinkler verließ Deutschland am 5. August 1865 zusammen mit seiner Mutter Anna und seinem Stiefvater Ludwig an Bord der La Rochelle, die von Hamburg aus Kurs auf Queensland nahm. Johanns einjähriger Stiefbruder Ludwig junior starb am 20. Dezember während der letzten Etappe der Reise nach Queensland an Fieber. Während der Reise kam ein weiterer Stiefbruder, Wilhelm Volk, zur Welt.[1]

Johann hatte verschiedene Jobs im Südosten von Queensland und arbeitete als Viehhirte, Busch-Zimmermann, Handwerker und Hilfsarbeiter.[2] Johanns Sohn Bert (geboren am 8. Dezember 1892 in Bundaberg) und seine beiden Geschwister nannten ihren deutschen Vater »Papa«.[3] ›Eine der inspirierendsten Geschichten für Bert war die des »Gleiterkönigs« Otto Lilienthal, der wie Papa Hinkler ebenfalls Preuße war und außerhalb von Berlin einen künstlichen Hügel errichtete, von dem aus er seine Hängegleiter starten konnte.‹[4] Hinkler entwarf, baute und flog als junger Mann in Queensland seine eigenen frühen Gleiter.

1913 reiste Hinkler nach England und arbeitete für die Sopwith Aviation Company. Während des Ersten Weltkriegs flog er beim Royal Naval Air Service als Schütze/Beobachter in Belgien und Frankreich und wurde mit der Distinguished Service Medal ausgezeichnet. Nach dem Krieg stellte ihn der Flugzeughersteller A.V. Roe in Southampton (England) als Testpiloten ein.

Roy Chadwick, Chefkonstrukteur bei A. V. Roe, lernte Hinkler 1919 kennen und sagte später (hier in Übersetzung): »Schon bei unserem ersten Gespräch wurde deutlich, dass Hinkler eine herausragende Persönlichkeit war; er hatte während des Krieges viel geflogen, verfügte aber darüber hinaus über einen sehr kreativen und erfinderischen Geist. Wenn er flog, konzentrierte sich Bert Hinkler auf seine Aufgabe wie kein anderer Pilot, den ich je gesehen habe.«[5]

Foto: Mann neben einem Doppeldecker

Bert Hinkler und sein Avro Avian im Jahre 1928

Fotoquelle: unlisted, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

In den 1920er Jahren nahm Hinkler an zahlreichen Luftfahrtwettbewerben und -rennen teil. Er absolvierte den ersten Alleinflug zwischen England und Australien, wobei er am 7. Februar 1928 in England startete und am 22. Februar in Darwin landete. Dieser Alleinflug von Hinkler in seinem Flugzeug vom Typ Avro Avian mit dem Kennzeichen G-EBOV dauerte 16 Tage und brach damit den 1919 von Keith und Ross Smith aufgestellten Rekord von 28 Tagen.

Im Jahr 1928 gab es in der Luftfahrt nur wenige Namen, die so sehr im Rampenlicht standen wie der von Bert Hinkler.[6]

Mal Walden (hier in Übersetzung)

Im Jahr 1931 gelang ihm der erste Alleinflug über den Südatlantik. Ohne Copiloten, Funkausrüstung, Navigationshilfe oder finanziellen Sponsor absolvierte Hinkler zwei separate Flüge um die halbe Welt und verließ sich dabei lediglich auf einen Kompass, eine Seite aus einem Atlas auf seinem Schoß und eine Taschenlampe für den Fall einer Landung im Dunkeln.[7]

Im Januar 1933 startete Hinkler einen weiteren Flug von England nach Australien, kam jedoch ums Leben, als sein Flugzeug an den Hängen einer Bergkette in der Toskana (Italien) abstürzte. Sein Grab befindet sich in Florenz in der Toskana.

Foto (copyright D Nutting): Straßenschild

An Hinkler erinnern Parks und Straßen in Queensland und anderswo. Dies ist die Hinkler Avenue in East Bentleigh im australischen Bundesstaat Victoria.

Sein Name wird in Parks und auf Straßen in Queensland und anderswo gewürdigt. Die australische Fluggesellschaft Qantas benannte einen Airbus A380 nach dem Flieger; sein Name ist auf dem Flugzeug zu sehen. Der Wahlkreis Hinkler ist ein parlamentarischer Bundeswahlkreis in Queensland. Der Wahlkreis wurde 1984 eingerichtet und nach Bert Hinkler benannt. Er liegt an der Küste von Queensland und umfasst die Städte Bundaberg, Hervey Bay, Childers, Gayndah und Monto.

Foto: Passagierjet

Qantas Airbus A380-842 VH-OQJ, namens 'Bert Hinkler', am Brisbane Airport, 2011

Fotoquelle: Robert Frola (GFDL or GFDL), via Wikimedia Commons

1. Kieza (2012), S.7 & 9

2. Kieza (2012), S.11

3. Kieza (2012), S.15

4. Kieza (2012), S.21-22

5. Kieza (2012), S.184

6. Walden, Mal. (2024). Box Kites to Boeings: The Sky-High Heroes of Aussie Aviation. Melbourne: Brolga Publishing. S.42

7. Kieza (2012), S.3

♦ Literatur:

Kieza, Grantlee. (2012). Bert Hinkler: the most daring man in the world. Sydney (N.S.W.): ABC Books division of HarperCollins Publishers.

Wixted, E. P. (1983). Hinkler, Herbert John Louis (Bert) (1892 - 1933). Australian Dictionary of Biography, Volume 9. Carlton: Melbourne University Press. S. 305-307