Die 5. Schweiz

Der Auslandschweizerplatz

Im Jahre 2023 lebten etwa 26.400 Schweizerinnen und Schweizer in Australien –  sie sind damit die drittgrößte Auslandschweizergemeinde in Übersee nach den USA und Kanada. Laut der Swiss Alliance Australia (das ist der Dachverband der Schweizer Clubs in Australien) wandern Schweizer heutzutage »aus beruflichen, familiären oder persönlichen Gründen nach Australien aus. Das angenehme Klima, die hohe Lebensqualität und die Natur ziehen viele an.«

Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben, nennt man oft die »Fünfte Schweiz«. Dieser Ausdruck entsteht, weil es in der Schweiz vier Sprachregionen gibt – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch – und die im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer zählen als eine fünfte Region.

Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen. Manchmal hört man auch die Bezeichnung »27. Kanton« für die Schweizer im Ausland. Das kann man zum Beispiel am »Auslandschweizerplatz« am Urnersee sehen (dieser See ist der südliche Teil des Vierwaldstättersees in der Zentralschweiz): Dieser Platz ist die 27. (und letzte) Station auf dem »Weg der Schweiz«, einer Wanderroute am Ufer des Urnersees. Jeder Kanton ist mit einem eigenen Wegstück am »Weg der Schweiz« vertreten.

Der »Platz der Auslandschweizer« in Brunnen ist als geistige Heimat für die mehr als 818.000 im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer gedacht. Er symbolisiert die Verbundenheit der Fünften Schweiz mit ihrer Heimat. Der Platz liegt sehr malerisch am Ufer des Urnersees, der auf den meisten Seiten von Bergen umgeben ist.

(Foto © D Nutting) Granitblock

Ein Granitblock am Eingang zum Park ›Platz der Auslandschweizer‹ macht Besucher auf den Zweck des Parks aufmerksam.

(Foto © D Nutting) See und Berge

Dieses Foto vermittelt einen Eindruck von der beeindruckenden Lage des ›Platz der Auslandschweizer‹ in Brunnen am Vierwaldstättersee.

Im Jahr 2005 wurden im Park zwanzig großformatige Schautafeln eingeweiht, die die Öffentlichkeit über die vielfältige Verbreitung der Schweizer Bevölkerung in verschiedenen Teilen der Welt informieren und die engen Beziehungen zwischen den Schweizern in aller Welt und der Schweiz selbst hervorheben.

Das Migros-Magazin ist eine wöchentlich erscheinende Gratiszeitung der Schweizer Supermarktkette Migros. Im Jahre 2013 berichtete das Migros-Magazin von einer Zürcherin namens Christina Schulthess (33), die 2009 mit ihrem australischen Freund Peter (32) von Sydney nach Hobart gezogen war, und wie Christina, australisch-schweizerische Doppelbürgerin, eine Feier zum Schweizer Nationaltag (dem 1. August) in einem Café am Battery Point in Hobart organisierte. Unter den Gästen waren auch der Schweizer Winzer Hans-Peter Althaus (71) und seine Frau Ruth (72), die im tasmanischen Coal River Valley ein Weingut führen. Christina hat Lampions mit Schweizer Kreuz aufgehängt und organisierte Schweizer Spezialitäten wie Rösti, Spätzli, Mostbröckli, Hörnli-Salat, Raclette und Fondue. Dem Schweizer Migros-Magazin sagte Christina: »Weil wir jetzt Winter haben, passt das mit dem Essen wunderbar. Wenn Schnee fällt, wirkt das noch schweizerischer.« Am Schweizer Nationaltag legt sie Schweizer Pop-Musik von Sängern wie Gölä und Polo Hofer auf.[1]

Manchmal muss Christina ihren australischen Freunden den Hintergrund zum 1. August in der Schweiz erklären. Dann erzählt sie etwas über den Rütlischwur (dieser Schwur ist ein Teil des Gründungsmythos der Schweiz: drei Vertreter der Gebiete namens Uri, Schwyz und Unterwalden schlossen im Jahre 1291 auf der Rütli-Wiese am Vierwaldstättersee per Eid ein Verteidigungsbündnis gegen die Österreicher und andere Feinde)[2]).

(Photo © D Nutting) presentation board

Eine Schautafel auf dem Auslandschweizerplatz, über Australiens Weinindustrie.

Eine der Schautafeln im Park der »5. Schweiz« befasst sich mit der australischen Weinindustrie und damit, wie Schweizer Einwanderer Rebstöcke mit nach Australien brachten und zum Wachstum einer Branche beitrugen, die das Image des Landes Down Under maßgebend mitgeprägt hat.

Am 15. April 2016 wurde eine neue Version der Ausstellung auf dem Platz eingeweiht, die 20 neue Plakate umfasste. Weitere Infos über den Auslandschweizerplatz kannst du hier lesen. Eines der 20 Plakate nennt folgende Gründe, warum Schweizer auswandern:

Warum Schweizer auswandern

Beruf, Abenteuerlust, Studium, die Liebe oder aber der Wunsch, den Lebensabend anderswo zu geniessen, sind einige der Gründe für die Entscheidung, sein Leben für immer oder vorübergehend anderswo zu verbringen. Die heutige Migration ist auch auf die zunehmende internationale Mobilität im Arbeitsleben im Zeichen der Globalisierung zurückzuführen.

♦ Einzelnachweise:

1. Vogt R, Wild R, Hettinger Y (2013). 'Rütlischwur Down Under', Migros-Magazin, Nr. 31, 29. Juli 2013, S. 11 (Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich).

2. Sitzler, Susann. (2018). Total alles über die Schweiz. 4. Auflage. Wien: Folio Verlag. S.70

♦ Literatur:

›Auslandschweizerplatz‹, in der Website der Auslandschweizer-Organisation (OSA).

Swiss Alliance Australia (der Dachverband der Schweizer Clubs in Australien)