Helena Rubinstein
Die Anfänge eines weltweiten Erfolgs
Helena Rubinstein (1872–1965), die Gründerin eines weltweiten Kosmetik- und Schönheitsproduktimperiums, kam 1896 mit dem deutschen Dampfschiff Prinz-Regent Luitpold in Melbourne, Australien, an. Sie wurde in Krakau geboren, in der damaligen nördlichen Provinz Galizien (heute Teil Polens) im Österreichisch-Ungarischen Reich. Sie zog nach Wien, der Hauptstadt des Reiches, und lebte etwa drei Jahre lang in dieser deutschsprachigen Stadt. Während ihres Aufenthalts in Wien ›verdeutschte‹ sie ihren polnisch-jüdischen Vornamen Chaja in Helena. Sie hatte drei Onkel, die bereits in Australien lebten. Nach ihrer Ankunft in Victoria ging sie zunächst nach Coleraine im Südwesten von Victoria, zu ihrem Onkel Louis Silberfeld, der dort ein Geschäft betrieb.
Der ehemalige Bahnhof in Coleraine, Victoria. Rubinstein kam mit dem Zug hier an, um bei ihrem Onkel zu wohnen.
Sie arbeitete als Gouvernante für Familien in Coleraine und in Toowoomba in Queensland. In Toowoomba arbeitete sie als Gouvernante für die wohlhabende Familie Metcalfe in deren großer Villa. Die Metcalfe-Kinder wussten, dass Rubinstein Deutsch sprach, und nannten sie »Fräulein«. Später arbeitete sie als Kellnerin in Restaurants und Saloons in der Swanston Street und in der Block Arcade in Melbourne. Im Jahr 1903 legte sie in Melbourne den Grundstein für ihr weltweites Kosmetikimperium - am 27. Februar 1903 veröffentlichte die Melbourner Zeitung The Argus die allererste Anzeige für »Helena Rubinstein & Co.« in einer Tageszeitung, in der für »Valaze Skin Food« geworben wurde.
Die erste Zeitungsanzeige für Helena Rubinsteins Schönheitsprodukte. The Argus (Melbourne), 27. Februar 1903.
Bildquelle: Advertising (1903, Februar 27). The Argus (Melbourne, Vic. : 1848 - 1957), S. 8. Abgerufen am 5. August 2026, von <http://nla.gov.au/nla.news-article9808284>
Helena Rubinstein im Jahre 1926.
Fotoquelle: George Grantham Bain Collection (Library of Congress), gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Als Rubinstein 1907 aus geschäftlichen Gründen Neuseeland besuchte, beschrieb die Zeitung New Zealand Times (26. Februar 1907, S. 5) sie als ›eine Wiener Schönheitskünstlerin mit vielen Lorbeeren‹. Sie hatte wahrscheinlich nichts dagegen, dass diese Zeitung sie mit Wien in Verbindung brachte – die Zeitung Sydney Morning Herald hat später Wien wie folgt beschrieben (hier in Übersetzung): »Um die Wende zum 20. Jahrhundert gab es in Europa keine kulturell prächtigere Stadt als Wien«.
1908/1909 eröffnete sie Salons in London und Paris, und 1908 zog sie mit ihrer Familie in die USA, wo sie ihr Unternehmen aufbaute und schließlich zu einer der reichsten Frauen der Welt wurde.
♦ Literatur:
Burke, Janine. (2007, January 27). Vienna 1900 and the Heroes of Modernism. Sydney Morning Herald. Online hier abrufbar.
Trumble, Angus. (2023). Helena Rubinstein : The Australian Years. Collingwood (Victoria) : La Trobe University Press. S.48, 50-51, 54-55, 65-66, 81, 83, 87, 247, 253-255.