Dr Bernhard Möller in Horsham

Überraschende Entscheidung der Einwanderungsbehörde

Im Jahre 2008 beantragte der deutsche Internist Dr. Bernhard Möller in Horsham (einer Stadt mit etwa 14.000 Einwohnern etwa 300 Kilometer nordwestlich von Melbourne) eine dauerhafte Arbeitserlaubnis für sich und seine Familie. Die Familie Möller war zweieinhalb Jahre früher aus der kleinen Stadt Bad Driburg im Bundesland Nordrhein-Westfalen nach Horsham gekommen, weil Dr Möller sich erfolgreich um eine Stelle als Arzt dort beworben hatte. Er bekam eine Anstellung als Arzt im örtlichen Krankenhaus von Horsham und eine Arbeitsgenehmigung bis 2010.[1][2]

Foto: Dr Möller mit Sohn Lukas

Dr Möller mit seinem Sohn Lukas
Foto mit freundlicher Genehmigung der Zeitung Wimmera Mail-Times

Die Familie lebte sich in Horsham gut ein – das jüngste Kind Lukas (13 Jahre alt) spielte mit Freunden und trieb Sport. Die Familie fühlte sich in Australien sehr wohl und wollte für immer bleiben.

Im Oktober 2008 erfuhr Möller, dass sein Antrag auf Bleiberecht von der australischen Einwanderungsbehörde abgelehnt wurde, und er konnte es nicht glauben. Obwohl Fachärzte in ländlichen Gebieten Australiens dringend gesucht wurden, verweigerte die Einwanderungsbehörde dem deutschen Mediziner die dauerhafte Arbeitserlaubnis, weil sein Sohn Lukas das Down-Syndrom hat. Die australische Einwanderungsbehörde entschied, dass Lukas’ Behinderung dem australischen Steuerzahler "bedeutende und anhaltende Kosten" verursachen würde. Möller meinte: "Ich glaube, sie nutzen nur meine Fähigkeiten, solange es nötig ist, aber sie heißen meine Familie nicht willkommen", sagte Möller. "Ich bin schwer enttäuscht, dass die Regierung Leute einlädt, um freie Stellen zu füllen, und dann sagt, unser Sohn ist eine Bürde für die Gesellschaft. Wir möchten hier leben. Wir haben uns gut eingelebt, wir wurden von der Gemeinde hier gut aufgenommen, und wir werden nicht aufgeben, nur weil die Bundesregierung meinen Sohn nicht willkommen heißt."

Möllers Kollegen in Horsham waren auch überrascht. Don McRae, der Leiter der Wimmera Health Care Group sagte: "Wir sind sehr überrascht von der Entscheidung." In der Bevölkerung von Horsham gab es Empörung, als man von der Entscheidung hörte.[3][4]

Im November setzte sich der Einwanderungsminister Herr Evans persönlich über die Entscheidung seiner Behörden hinweg, und räumte Dr Bernhard Möller und seiner Familie ein Dauerbleiberecht ein.[5]

♦ Einzelnachweise:

1. Kammholz, Karsten. (2008, Oktober 31). Aufenthalt abgelehnt, weil der Sohn behindert ist. WELT online. <https://www.welt.de/vermischtes/article2656340/Aufenthalt-abgelehnt-weil-der-Sohn-behindert-ist.html>

2. Brinkmann S. (2008). Die Familie Möller und ihr Wunsch, in Australien zu bleiben. Neue Westfälische (Zeitung). [abgerufen 03.11.2008]

3. Kammholz (2008)

4. Lunn, Stephen. (2008, Nov 1). Chorus of demands to let doctor Bernhard Moeller stay - The Australian. [abgerufen 15.07.2017]

5. Frankfurter Allgemeine Zeitung. (2008, November 26). Deutsche Familie mit behindertem Sohn darf doch bleiben. FAZ online. [abgerufen 15.03.2020]