Der deutsche Beitrag zur Entwicklung Australiens im 19. Jahrhundert
Ein kurzer Überblick
Bis 1890 waren die Deutschen die größte nicht-britische Minorität in Australien. Ihr Beitrag zu Australien war erheblich. Zum Beispiel:
Reederei-Poster, c. 1890
Friedrich Krichauff - Waldschützer, Landwirtschaftsexperte
Martin Basedow - Erziehung. Mehr Infos über Basedow hier [auf ADB].
Ludwig Leichhardt - Erforscher von Nord-Australien. Mehr Infos über Ludwig Leichhardt...
Georg Neumayer - Astronom, Naturwissenschaftler.
Neumayer war Organisator des ersten Observatoriums in Melbourne, des Flagstaff-Observatoriums
für Geophysik, Magnetismus und Nautik. Er half bei der Planung der Entdeckungsreise
von Burke und Wills. Teilnehmer der Reise von Burke und Wills waren die
Deutschen Wilhelm Brahe, Ludwig
Becker [offizieller Zeichner - mehr Infos über Becker hier] und Hermann Beckler
[Arzt]. Deutschlands Forschungsstation in der Antarktis und ein Krater
auf dem Mond sind nach Neumayer benannt. Mehr Infos über Neumayer hier...
Johann Menge - Mineraloge (Vater der Mineralogie in Südaustralien - mehr Infos über Johann Menge [auf der deutschen Wikipedia]...)
Hans Heysen - Landschaftsmaler. Er gewann mehrfach den Wynne-Preis (einen australischen Kunstpreis für Landschaftsmalerei und Bildhauerei). Mehr Infos über Heysen hier, und Malerei von Hans Heysen kann man auf der Website der NGV sehen.
Bernhardt Holtermann (Sydney - mehr Infos über Holtermann hier [auf ADB]...) und hier [news.com.au - 'Like a 1872 Google Street View, the Holtermann photos reveal gold boom Australia'] und J.W. Lindt (Melbourne - mehr Infos über Lindt hier [auf ADB]) - Pioniere in der Fotografie
Dr Eugen Hirschfeld - Reichskonsul in Brisbane 1906-1914. Er hat eine Rolle bei der Gründung der Universität von Queensland gespielt.
Carl Linger - Komponist. Leiter der Liedertafel (Gesangsgruppe) in Adelaide. Komponist von dem Song of Australia; das war eine inoffizielle Nationalhymne in Südaustralien. Mehr Infos über den Song of Australia hier [auf der deutschen Wikipedia], und mehr Infos über Carl Linger hier [auf ADB].
Johann Eugen von Guérard - Landschaftsmaler in Victoria. Er war der erste Direktor der National Gallery in Melbourne. Mehr Infos über Johann Eugen von Guérard...
Baron Ferdinand von Mueller - Botaniker und Naturwissenschaftler. Er war ab 1853 Botaniker der Kolonie Victoria und von 1857-1873 Direktor des Botanischen Gartens in Melbourne. Er reiste viel in Australien und vergrößerte das Wissen über Australiens Pflanzen und Tiere. Mehr Infos über Baron Ferdinand von Mueller...
Carl F.T. Strehlow - Experte in der Ethnologie und den Sprachen der australischen Ureinwohner. Leiter der Hermannsburg-Missionsstation im Northern Territory 1894-1922. Mehr Infos über Strehlow hier [deutsche Wikipedia] und hier [auf ADB]
Ortsschild von Lubeck, einem Dorf im Westen von Victoria, benannt nach der gleichnamigen Stadt in Norddeutschland. Getreidesilo im Hintergrund.
Viele deutsche Einwanderer waren aber Farmer und kleine Handwerker, und sie haben neue Regionen auf dem Land besiedelt und urbar gemacht. Im 19. Jahrhundert lebte die große Mehrheit der Deutsch-Australier auf dem Land. Die Deutschen waren oft bessere Farmer als die Engländer, weil sie schon in Deutschland Farmer gewesen waren. Sie hatten erfolgreiche kleine Farmen, ähnlich wie die frühen deutschen Siedler in Pennsylvanien in den amerikanischen Kolonien. Deutsche (einige waren Neu-Einwanderer, andere kamen aus Südaustralien) besiedelten in den 50ern den Südwesten Victorias und in den 70ern die Wimmera. Durch ihre harte Arbeit und Ausdauer verwandelten die deutschen Farmer leere Ebenen in reiche Weizengebiete.
Queensland trennte sich im Jahre 1859 von New South Wales und wurde selbständige Kolonie. Die neue Kolonie wollte wegen der Leistungen der Siedler in anderen Kolonien gern deutsche Einwanderer haben, und bekam ab dem Jahr 1862 viele Deutsche, besonders Farmer. Sie kamen meistens aus Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien und Württemberg und besiedelten die Regionen von Rosewood, Fassifern, Lockyer und Toowoomba. Sie hatten einen guten Ruf, und Sir Thomas McIlwraith (3-mal Ministerpräsident von Queensland zwischen 1879-1893), sagte im Parlament:
Having disembarked from the ships and spent one or two days in the Immigration Depot, the German immigrants disappear. One hears or sees nothing of them for 18 months or a couple of years, when some fine day they return from the bush in their own attractive turn out, wife and children seated high, and all well-dressed and happy-looking.
Sir Thomas McIlwraith
Deutsch-pennsylvanische Farmer: Dr Benjamin Rush aus Philadelphia, Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung [Declaration of Independence], Chef-Militärarzt unter George Washington in der amerikanischen Revolutionsarmee, sagte, dass die Deutschen die besten Farmer in Pennsylvanien waren. Christoph Ludwig, ein Bäcker in Philadelpia, versorgte die amerikanische Revolutionsarmee und die allierte französische Armee 1776-1783 mit Brot und bekam sein Getreide von deutsch-pennsylvanischen Farmern.)