Victoria

JF Krummnow und die Kommune „Herrnhut“

1) Krummnow in Südaustralien
2) In Victoria - Gründung der Herrnhut-Kommune
3) Erfolgsjahre
4) Hill Plain-Kommune zieht nach Herrnhut
5) Krummnows Tod

Krummnow zog nach Victoria, wo er einige andere Deutsche überzeugte, ihm ihr Vermögen zu geben, und mit ihm in den Western-District zu gehen, um dort eine Kommune namens Herrnhut, nicht weit von Hamilton, zu gründen. Am 27. Mai 1853 bewarb sich Krummnow um 642 Hektar Crown Land (Land, das der Regierung gehörte) etwa 24 km südöstlich von Hamilton und kaufte es für £1584. Zunächst wohnte die Gemeinde in Gebäuden aus Holz mit Strohdächern. Ein Buschbrand durchquerte den Distrikt im Januar 1860 und man glaubt, dass diese Häuser damals zerstört wurden und dass die Gebäude aus Basaltstein erst danach gebaut wurden. 12-15 Gebäude aus Basaltstein (die Mauern waren ungefähr 60 cm dick) wurden errichtet.[1] In der Kirche, die 1854 fertig gebaut wurde, hat Krummnow Kinder getauft und das heilige Abendmahl gefeiert. Die Reste von zwei Gebäuden der Kommune stehen heute noch. Du kannst hier einen Artikel über Herrnhut lesen, der 1857 in der Melbourner Zeitung The Argus erschien.

(Foto © D. Nutting) Grundmauern

Grundmauern der Kirche

Woher stammte der Name Herrnhut?

Die Herrnhuter Brüdergemeinde ist eine Religionsgemeinschaft, die aus dem Pietismus hervorging. Diese Gemeinschaft wurde 1722 auf dem Gut Berthelsdorf (in Herrnhut in der Oberlausitz, im Osten Deutschlands) des Nikolaus Ludwig Grafen von Zinzendorf gegründet. Auf seinem Gut konnten Glaubensflüchtlinge Zuflucht finden. Das Dorf, das auf diesem Land entstand, wurde im Laufe der Zeit Herrnhut genannt. Die Herrnhuter waren und sind heute noch in der Missionsarbeit sehr aktiv, besonders in der Karibik und in Afrika.[2]

Friedrich Krummnow fühlte sich verbunden mit dem Gedankengut der Mährischen Brüder (einschließlich der Ablehnung von Gewalt, zum Beispiel), und er benannte seine australische Gemeinde nach dem deutschen Dorf in Sachsen, aus dem die Mährischen Brüder stammten.[3]

Ortsschild ('Herrnhut')

Schild am Ortseingang, Herrnhut, Deutschland

Versammlungsraum

Der Kirchensaal der evangelischen Brüdergemeine in Herrnhut, Deutschland

Die Grundmauern des Kirchsaales stammen aus dem Jahr 1756. Er ist der wichtigste Versammlungsraum für die Gemeinde und ihre Gäste. Die weiße Farbe der Wände und Bänke symbolisiert Reinheit, Freude und Erlösung.[4]

Du kannst mehr über die Anfänge von Herrnhut in Deutschland in der Website des Projekts „Reformationsstädte Europas“ lesen.

♦ Einzelnachweise:

1. Lodewyckx (1932), S.139 (die Mauern, "fast 2 Fuß dick")

2. Stiberc, Andrea. (2007). Heimweh, Kitsch & Co. Gekürzte Neuausgabe. Freiburg i.Br. : Herder. S.150

3. Metcalf & Huf (2002), S.21

4. Kirchensaal - Evangelische Brüdergemeine Herrnhut <www.herrnhut.ebu.de/kirchensaal> (abgerufen 13.03.2022)

♦ Informationen zusammengefasst aus:

Blake, Les. (1976). Place names of Victoria. Adelaide: Rigby. S.121

Huf, Betty (2001, Januar). Persönliche Mitteilung (Heimatforscherin).

Metcalf, Bill, & Betty Huf (2002). Herrnhut. Australia's First Utopian Commune. Carlton Sth (Victoria): Melbourne University Press.

Lodewyckx, Prof. Dr A. (1932). Die Deutschen in Australien. Stuttgart: Ausland und Heimat Verlagsaktiengesellschaft. S.137-144

Meyer, C. (1978). Two Communes in 19th Century Victoria. In: Victorian Historical Journal, Vol. 49, (No.4).