Südaustralien
Paechtown
Drei Kilometer südöstlich von Hahndorf liegt die Siedlung Paechtown, wo mehrere schöne deutsche Fachwerkhäuser von Ansiedlern gebaut wurden, die von Hahndorf dorthin zogen.
Die ›Joint Stock Cattle Company‹ wurde am 9. April 1838 gegründet und erhielt Landrechte südlich von Mount Barker. Die ersten Stiere und Kühe kamen über Land aus Sydney. 1843 geriet die Cattle Company in finanzielle Schwierigkeiten. Lange Zeit gab es keine Käufer für das Land, das die Cattle Company benutzt hatte. Jedoch wartete Johann Friedrich Wilhelm Paech, ein erfolgreicher Landbesitzer in Grünthal (heute Verdun), auf die richtige Zeit und den richtigen Kaufpreis. Er war Mitglied der Familie Paech, die aus Rentschen in der preußischen Provinz Brandenburg stammte. Er war auf dem Schiff Zebra in Südaustralien angekommen und hatte sich zunächst in Hahndorf niedergelassen. Am 10. Februar 1846 kauften er und Pastor Augustus Kavel das Land der Cattle Company, 476 Hektar, für £1300. J.F.W. Paechs Land wurde unter dem Namen Friedrichstadt bekannt.
Johanne und Georg Paech
Das Haus auf dem Foto unten wurde irgendwann um 1855 von Johann Georg Paech und seiner Frau Johanne (Hannah) Karoline Hartmann erbaut. Johann Georg Paech war im Alter von 12 Jahren mit seiner Familie auf der Zebra nach Südaustralien gekommen. Er stammte aus dem Dorf Kay in Brandenburg. Er war allerdings nicht mit J.F.W. Paech verwandt. Johanne war im Alter von 10 Jahren mit ihrer Familie auf der Prince George eingewandert. Pastor Kavel hatte das Paar am 4. Januar 1850 in der lutherischen Kirche von Hahndorf verheiratet. Johann Georgs Bruder Johann Christian hatte von J.F.W. Paech Teile des Friedrichstadt-Landes für seinen Vater und seine Brüder abgekauft. Georg und Hannah hatten fünf Kinder - Wilhelm, Caroline, Hermann, August und Bertha. Hannahs Mutter blieb fast ihr ganzes Leben lang in Hahndorf, aber sie zog für die letzten 10 Jahre ihres Lebens zu Hannah in Paechtown, bevor sie im August 1897 im Alter von 96 Jahren starb. Hannah selbst starb im November 1898 zu Hause in Paechtown. Georg starb 1908.[1]

Haus von Johanne und Georg Paech

Nahaufnahme der Mauer des Hauses von Paechs
Dieses Haus ist ein schönes Beispiel deutscher Fachwerk-Bautechnik. Wie bei anderen Fachwerkhäusern in Südaustralien ist der schwere Rahmen des Hauses aus redgum-Holz (im Gegensatz zu Eiche, wie etwa in Preußen). Der Holzrahmen ist ein tolles Beispiel von Zimmerhandwerk. Es gibt keine Nägel. Holzpflöcke halten die Rahmen-Teile zusammen. In diesem Haus sind die Lücken zwischen den Steinen mit Ziegelsteinen ausgefüllt. Manchmal wurden in Fachwerk-Bauten die Lücken mit einer Mischung aus Zweigen, Gras, Lehm und Steinen gefüllt. Beispiele vom charakteristischen Fachwerk-Baustil haben in einigen frühen Ansiedlungen im Barossa-Tal und in den Adelaide Hills überlebt. Dennoch bauten deutsche Einwanderer und Nachkommen der frühen Gruppen ihre Häuser immer mehr im kolonialen australischen Stil von damals.[2]

Zum Vergleich: eine Fachwerk-Scheune im Norden Niedersachsens, Deutschland

Das Haus von Johanne und Georg - der Backofen im Freien
♦ Einzelnachweise:
1. Butler (1982), S.36-41
2. Young et al (1981), Vol. 1, S.159-160, und Vol. 2, S.382-391
♦ Literatur:
Butler, Reg. (1982). George Hartmann of the Prince George. Hawthorndene [S.A.]: Investigator Press
Young, G., Harmstorf, I., Brasse, L., Marsden, A. (1981). Hahndorf survey Vols 1 & 2. [Survey for the Australian Heritage Commission] Adelaide: Techsearch.